Gebet, Impuls, Perspektivwechsel

Stille. Ein Selbstversuch

In meinem Alltag ist es laut. Ständig ist etwas los. Von überall bekomme ich Impulse für Augen und Ohren. Und sollte es doch einmal eine Pause geben, habe ich sofort Unterhaltung griffbereit.

Alle diese Dinge lasse ich in mein Inneres und dort führen sie dann ein Eigenleben. Wenn ich versuche still zu werden, merke ich erst, was da alles los ist. Ein Gedanke jagt den nächsten: ToDos, Gesprächsfetzen, offene Fragen, Sorgen… Manchmal habe ich das Gefühl, da dreht sich ein Karussell immer schneller und ich drohe raus zu fliegen.

So richtig bewusst wird mir das aber eben erst, wenn ich die Stille suche. Dann merke ich, wie schwer es mir fällt, innerlich wirklich still zu werden.

Dabei weiß ich, dass ich die Stille unbedingt brauche. In der Stille habe ich meine größten Gottesbegegnungen gehabt: Momente, in denen ich Gottes Stimme deutlich hören konnte. Momente, in denen er mir etwas gezeigt hat.

Manchmal ist es auch einfach ein Ruhen in seiner Gegenwart und ich denke: Das ist genug, mehr brauche ich nicht. Da bin ich einfach da und umgeben von Gottes Schönheit und Kraft. Und ich erlebe, wie mein Wille von Gottes Willen geformt wird.

Das sind echte Highlights. Aus diesen Begegnungen gehe ich als eine andere heraus. Meine Aufgaben sortieren sich und ich weiß wieder, was Priorität hat. Ich bekomme neue Ideen, neue Kraft. Ich weiß, wieder, wer ich bin. Und so kann ich auch meinen Mitmenschen anders begegnen.

Ein Selbstversuch – Ich will es immer wieder neu versuchen und Stille suchen.

Ich freue mich, dabei mit anderen zusammen auf dem Weg zu sein. Unsere Erfahrungen teilen wir im Herbst in einer Seminarreihe zum Thema „Gebet“ in der Evangelischen Kirchengemeinde in Böhringen. Einen kleinen Einblick darein, was wir vorhaben, gibt es hier: