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Stille. Ein Selbstversuch

In meinem Alltag ist es laut. Ständig ist etwas los. Von überall bekomme ich Impulse für Augen und Ohren. Und sollte es doch einmal eine Pause geben, habe ich sofort Unterhaltung griffbereit. Alle diese Dinge lasse ich in mein Inneres und dort führen sie dann ein Eigenleben. Wenn ich versuche still zu werden, merke ich erst, was da alles los ist. Ein Gedanke jagt den nächsten: ToDos, Gesprächsfetzen, offene Fragen, Sorgen… Manchmal habe ich das Gefühl, da dreht sich ein Karussell immer schneller und ich drohe raus zu fliegen.

Ewigkeitsexperiment

Manchmal stelle ich mir vor, wie ich aus der Ewigkeit heraus mein Leben betrachte. Ich sehe mich, wie ich aufstehe und mein Smartphone zücke. Vom Bett ins Bad, Kinder anziehen, Kaffee kochen, Frühstück vorbereiten, essen, abräumen, Kinder für den Kindergarten fertig machen, zum Kindergarten gehen, an den Schreibtisch, Mittagessen vorbereiten und so weiter und so fort. Ich sehe mich, wie ich von einem Termin zum nächsten wusel, noch schnell dies, noch eben das. Ich sehe mich, wie besorgt über das nachdenke, was als nächstes kommt. Das muss aus der Perspektive der Ewigkeit wirklich komisch aussehen.

Er weckt mich alle Morgen

Noch als ich in meinem Bett lag und friedlich schlummerte, die Dämmerung herauf zog und ich die Decke noch einmal über meinen Kopf, stand mein Herr schon um mich. Mit seinem Licht hat er mich geweckt. Meine Augen hat er geöffnet, dass ich sehe seinen Tag. Meine Ohren hat er geöffnet, dass ich höre sein Flüstern: Dieser Tag ist für Dich gemacht. Sei gespannt, ich hab was für uns mitgebracht.